Schenkt Kindern Bücher! Ergebnisse der Lesestudie 2008

Februar 27, 2009

Die Studie „Lesen in Deutschland 2008″, gefördert von Stiftung Lesen und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurde im Dezember veröffentlicht. Einige Ergebnisse:

  • regelmäßiges Lesen erhöht die Chance auf Bildung und letztendlich auf beruflichen Erfolg
  • jeder vierte Deutsche liest keine Bücher
  • Leser aus Migrantenfamilien mit guten Deutschkenntnissen lesen mit ein bis mehrmals pro Woche genauso viel wie deutsche Leser
  • ein „harter Kern“ von Viellesern bleibt, aber die Gelegenheitsleser nehmen ab
  • 45 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 14 bis 19 Jahren haben als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen
  • in den Familien wird immer weniger vorgelesen, hier lesen 42 Prozent der Eltern ihren Kindern gar nicht oder nur selten vor
  • zumindest trifft die Vermutung nicht zu, dass das Lesen am Bildschirm zu Lasten von Gedrucktem geht. Viele möchten auf Print nicht verzichten. Nur 11 % bevorzugen eher das Lesen am Computer.

Gefordert wird eine neue Vorlesekultur und die Förderung der frühkindlichen Bildung.

Stiftung Lesen, Leseforschung

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2 Comments Add your own

  • 1. bersarin  |  Februar 28, 2009 at 8:53

    Die Botschaft hör ich wohl. Allein mir fehlt der Glaube.

    Es ist dieser Ansatz gewiß sehr gut gemeint, aber eben nur ein frommer Wunsch, daß sich mit dem Schenken von Büchern die Lesekompetenz erhöht. Werden diese Bücher in Familien hineingeschenkt, die als bildungsfern zu bezeichnen sind, so ist es eher wahrscheinlich, daß jenes Buch bei e-bay oder dem klassischen Flohmarkt wieder verkauft, als daß es vorgelesen oder selber gelesen wird.

    Es wird innerhalb dieser Gesellschaft so bleiben (und ist von bestimmten Kreisen, dies meine These, auch gewollt), daß mit Bildung vertraute Gruppen diese Bildung an ihre Kinder weitergeben und daß die Kinder, welche aus bildungsfernen Schichten stammen, mit Büchern kaum in Berührung kommen werden. Auch die Schule wird hier wenig weiterhelfen, da Defizite, die in frühester Kindheit erzeugt worden sind, schwerlich durch die Schule sich heilen lassen. Es ist dies eine traurige Wahrheit. Eine Veränderung dieses Zustandes würde bedeuten, daß einige gesellschaftliche Parameter geändert werden müßten. Dies aber ist unter gegenwärtigen Bedingungen schwer durchsetzbar. Bildung bleibt das Privileg einer bestimmten Klasse. Ich sehe hier und gegenwärtig kaum einen Ausweg, auch nicht auf einem Weg der Reformen. Zumal die Partei, welche einmal die Universitäten für eine größere Zahl von Menschen geöffnet hatte und die in den 70er Jahren dafür sorgte, daß Bildung kein Privileg für eine auserlesene sogenannte selbsternannte Elite ist, gerade dabei ist, sich selber abzuschaffen.

  • 2. bibenblog  |  März 2, 2009 at 7:30

    „Und doch, an diesen Klang von Jugend auf gewöhnt …“

    Dort, wo es keine vorgelebte Lesekultur gibt, wo Eltern ihren Kindern nicht vorlesen, hat man es vielleicht auch mit geschenkten Büchern schwer. Aber wenn sie schon mal geschenkt sind, kann man sie auch anschauen, bevor sie verkauft werden ;-)
    Je höher die Bildung, desto höher die Lesehäufigkeit. Umso wichtiger, die Kinder aus „bildungsfernen“ Schichten besser zu fördern. Und das nicht erst in der Schule, sondern im Kindergarten (am besten noch davor, denn Lesefähigkeit fängt mit Sprachkompetenz an).

    Was ich allerdings nicht unterstreichen kann, ist, dass Bildung ein Privileg einer Klasse sei. Wozu gibt es denn öffentliche Bibliotheken :-)
    Kostenlos Bücher und andere Medien ausleihen, Bilderbücher schon für die Kleinsten, Vorlesestunden, spezielles Programm für Kinder, Bücherpakete für Kindergärten. Gute Maßnahmen zur Leseförderung gibt es – die müssen mehr werden. Gefördert von Kommunen, Ländern, Bund, Parteien…
    Und Vorleser brauchen wir auch wieder mehr. Das ist mit eine Aufgabe der lesenden Bildungsschicht. Also los… nicht nur Bücher schenken, auch vorlesen gehen.

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