Blog-Mentalitäten

April 22, 2008

Die Kommunikation ist vernetzter, vielfältiger und interaktiver geworden, gleichzeitig komplexer und unüberschaubar. Es scheint auf der einen Seite diejenigen zu geben, die sich „ins Getümmel“ stürzen und den Mehrwert der neuen Kommunikationsformen für sich nutzen und diejenigen, die Wikis, Blogs, und den ganzen Dingen mit ‘ner 2 hintendran skeptisch gegenüberstehen.
Eine Unterscheidung in Onliner und Offliner oder in Blogger und Nichtblogger oder in „Mensch 1.0″, „Mensch 2.0″, Mensch x.0″ zu treffen ist jedoch falsch.

Im Marken Profile 12 / Medienmentalitäten, liest man in einer Analyse von Sinus Sociovision und stern:

  • alle Arten von Medien werden von allen genutzt und zwar unterschiedlich
  • Motivation zur Mediennutzung sind: „Wissen und Verstehen, Escape und Entertainment, Kompensation und Projektion, Selbstdarstellung und Empowerment“
  • Medien werden so benutzt, wie es der jeweiligen (Medien-)Sozialisation entspricht
  • fast 70 Prozent der 14- bis 64-Jährigen sind online
  • man verhält sich im Internet (fast) so wie im realen Leben, „neue Medien bringen keine neuen Mentalitäten hervor“
  • die jeweiligen Interessen der Menschen steuern sein Medienverhalten, allerdings entstehen durch den soziokulturellen Wandel auch Anpassungsprozesse, neue Mentalitäten
  • der Umgang mit den Medien hat sich zwar geändert, aber nur die jüngeren Mediennutzer hätten dabei auch neue Rezeptionsweisen entwickelt („etwa das „Reality Sampling”, die nicht-lineare, kaleidoskopartige Wahrnehmung, oder die Neubewertung von Realität und Fiktion, d.h. die Akzeptanz medial gemachter „Echtheit”)
  • Anfassbarkeit und das spezifische Authentizitätsversprechen der Printmedien bleiben unersetzbare Benefits

Die „digitale Spaltung” ein Auslaufmodell zur Erklärung der real existierenden Unterschiede im Umgang mit Medien ist. Allerdings bleibt – und wächst – die Wissenskluft, entsprechend der generell wachsenden sozialen Ungleichheit in unserem Land und der zunehmend versperrten Zugangsmöglichkeit zu „kulturellem Kapital” für unterschichtige Bevölkerungsgruppen.

Ein Ergebnis der Analyse waren auch sechs sogenannte Medienmentalitäten, die Milieuschwerpunkte aufweisen und damit einen unterschiedlichen soziokulturellen Hintergrund.

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2 Comments Add your own

  • 1. Niklas Safran  |  August 6, 2009 at 5:59

    Darüber wurde ja schon eine Menge geschrieben – das ist aber besonders stark.

  • 2. Flavio  |  Oktober 9, 2009 at 5:52

    Wirklich toll !! gefällt mir sehr gut.

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